Do the right thing

Ich hab 2000 mit Kommunikation für Marken angefangen, weil ich dachte (und immer noch denke), dass Marken eine wichtige Orientierung, ein Mittel der Distinktion sind. Damals erzählte uns das Cluetrain Manifest, dass Marken Gespräche sind. Seitdem erleben wir eine kambrische Explosion der Markteilnehmer: Neue Produkte entstehen im digitalen Raum, existierende Produkte entwickeln dort ihren Fußabdruck und alle, wirklich alle kommunizieren – untereinander, übereinander, mit den Herstellern, mit den Nutzern.

Diese Gespräche sind die Märkte und sie sind die Marken; sie zu formen, zu formatieren, zu lenken und daraus für alle bedeutsame Werte zu schöpfen ist, was mich antreibt.

Seit 2016 mache ich dies für fischerAppelt in Berlin (wo sonst?) als Director Content Strategy. Kleines, feines Team in der Content Maschine, Zeit für Artikel wie diesen über Relevanz, Deep Dives ins Data Studio, Pitches, Projekte,  für Mercedes-Benz, Bosch, DB und andere.

Was bis hierhin geschah:

Hamburg extended (2014-2016)

„Erfahrung kann man nicht kaufen“ ist auch so einer von diesen Quatsch-Sätzen. Natürlich kann man sie kaufen, das heißt dann nur Expertise.

Unsere Expertise hieß Curved als „Full Stack Content Marketing Produkt“. Und gefragt hatte Telefónica im Pitch um das O2-Blog. Hieß: mit dem gleichen Tech-Stack eine neue Redaktion aufbauen, die den News-Hunger der User bedient und gleichzeitig den strengen Markenanforderung des Kunden entspricht. Wichtigster Aspekt der Prozess-Optimierung: Vertrauen in die Kompetenz der Redaktion schaffen, damit sie frei arbeiten kann, statt sich in Abstimmungsschleifen zu verheddern.

Das brachte am Ende nicht nur Traffic, Userbindung und Verkäufe, sondern auch nachweisbare Lifts für die Marke. Auch eine Erfahrung.

O2 Blog

100+ Tage von Hamburg (2013/14)

„Kürzer ist besser“ sag ich bei Texten immer. Bei Projekten jetzt auch – in nur 100 Tagen durfte ich mit einem so großen wie großartigen Team CURVED aus dem Boden stampfen: das Techportal für die mobile Generation. Geboren aus einer Idee und einem Business Case.

Ich war verantwortlich für die inhaltliche Ebene: strategische Positionierung, Write Guides, Social Media Guides, Planung der Umfänge, Besetzung des Teams, inhaltliche Anforderungen an Konzept, Design, SEO, Tracking, Datenbank und Funktionalitäten, Marketing-Maßnahmen, Steuerung von Dienstleistern. Vom Vorstands-Video bis zu JIRA-Bugs. Kurz: Der Redaktion die perfekte Bühne bereiten und sie ein Stück auf dem Weg begleiten.

Dass Curved sich aus dem Stand gegen die etablierte Konkurrenz behaupten konnte und dies (mitsamt Business Case) immer noch tut, erfüllt mich mit Stolz: auf das Team.

Curved Frontpage

Frontpage von CURVED, acht Minuten nach Zuckerbergs Mitteilung.
Die erweitere Geschichte von Curved habe ich in einem Artikel für die APGD aufgeschrieben.

Prague for absolute beginners (2013)

„Hast du Lust, in einer neuen Stadt, einem neuen Land ein neues Büro für einen neuen Kunden aufzubauen?“
„The fuck hab ich!“
Gut zwei Monate später sitzen wir zu dritt auf der Baustelle, aus der SinnerSchrader Prague entstehen wird. Zukünftige Kollegen casten und einstellen, ein Netzwerk an Dienstleistern aufbauen, Prozeduren mit dem Kunden Škoda einüben. Leben in einem anderen Land, mit fremden Speisekarten. Ein Team von vier Leuten aus fünf Nationen, Arbeitssprache Englisch. Zwei Content-Plattformen, eine Weltmeisterschaft und die Tour de France. Zwei Automessen mit Text, Bild und Video covern. Umsetzung einer Fahrzeug-Kampagne und Unterstützung bei zwei weiteren. Den ROI von Social Media nicht definieren, sondern eine Methode dafür finden. Facebook aus dem Condescending Kindergarten befreien. Lernen, wie man das Š von Škoda tippt.
Ich lebe in interessanten Zeiten.

 

Škoda Cycling

Skoda Cycling Site Skoda Cycling Bike Porn Skoda Cycling Bike Shop
Eine Seite über Bike Porn, die Angst vorm Sieg und warum ein Bein besser ist als zwei. Geschrieben von freien Journalisten und meinem Team. Adaptiert von mehreren Škoda Importeuren. Gemacht für Rad-Fans und um Autos und Zubehör zu verkaufen. Letzteres konnten wir tracken.
Strategy, Konzept, Creative Direction, Chefredakteur. 

Back Above The Berlin Line (2011-2012)

Willkommen im Grabenkrieg zwischen Klassik und dem, was man so digital nennt. „Dem Graben muss man mal auf den Grund gehen“, denke ich mir und ziehe aus und ein bei einer möglichst traditionellen Agentur: Aimaq von Lobenstein (damals noch Aimaq & Stolle). Alte S&J-Schule. Die ewige Suche nach der besseren Idee, der besseren Präsentation. Strategische Marken-Führung und gekonnte Einbindung des Kunden. Viel zu lernen, darunter auch dies:
Klassik und Digital benutzen oft die gleichen Namen und gleichen Titel. Aber wo die einen zu Menschen reden, reden die anderen mit Menschen. Und wer denkt daran, Menschen ins Gespräch zu holen um sie dann einzubinden?

Kunden: ERGO, ERGO Direkt, nutella, HEAD Tennis, DZ Bank, SPD Bundestagsfraktion, WWF

HEAD Tennis – Get closer to Andy

Andy Murray ist einer der Stars von HEAD Tennis; allerdings ein etwas spröder. Wir wollten ihm zu Wimbledon 2011 unter die Arme greifen, um neue Freunde zu finden. Auf Facebook. Dafür filmten wir einen Spot und stellen eine App online, in der all die neuen Fans Andy Glückwünsche bis auf den Court schicken konnten – denn zu jedem Spiel wurden ausgewählte Wünsche auf seine Schläger-Tasche gedruckt.
Andy kam bis ins Halbfinale, die Tasche ins Wimbledon-Museum und neben ca. 100.000 neuen Fans gab es auch eine großartige Berichterstattung in der Presse, bis hin zur BBC.
Konzeption und Copywriting der App.

ERGO Direkt Karpatenhamster

Das Innovations-Labor der ERGO Direkt fand einen neuen Weg, Eigentum zu schützen: die Karpatenhamster. Aber woher kommen diese Hamster wirklich? Wir erzählen die Geschichte des aufstrebenden Dokumentarfilmers Hannes Mossolf auf Facebook. Das ergab 120.000.000 Kontakte, 13.000 Fans und eine lebhafte Community.
Konzeption, Dramaturgie der Kampagne, Copywriting, Community-Management, Betreuung der Media-Agentur

Going worldwide in Hamburg (2006-2011)

Etwas besseres als den Tod finden wir 2006 überall, genauso wie die großen Flash-Microsites. Ich bei Interone Worldwide und für die bmw.com und alle angeschlossenen Länder. Als Fachcoach Text (aka Head of Copywriting) und später ACD lerne ich, wie man Showrooms mit 100 Seiten-Dokumente gleichzeitig in über 30 Ländern ausrollt (penibel), ein Team führt und Praktikanten ausbildet (geduldig) und in Cannes Lions gewinnt (richtige Zeit, richtiges Team). Wir bauen Monster aus Flash und CGI, lassen Navigations-Strukturen sich wie Dschungel-Bäume verzweigen und erklären gerne jedem, warum es keine gute Idee ist, TVCs ins Web zu verlängern. Die User kommen freiwillig und bleiben auch mal auf eine Seite mehr. Darauf eine Currywurst bei Foxy Food und eine Kolumne in der WEAVE.

BMW Websites

Ein Zusammenschnitt meiner Arbeiten bei Interone für BMW. Der Song ‚Prance‘ stammt von meiner alten Band HomeStretch.

BMW Brand Campaign

Digital first: Diese Brand Campaign für BMW entstand en passant während der Arbeit am Showroom für den BMW ActiveE.  

WEAVE

Weave Eye Tracking Weave Battle of Clicks

Über zwei Jahre lang bespielte ich die letzte Seite der WEAVE, des „Interactive-Ablegers“ der Page mit meinen Shootout-Kolumnen. Erst mittels Eyetracking, später im Clickstream ließ ich Websites mit ähnlicher Zielsetzung gegeneinander antreten: Playboy gegen Emma, Kayak gegen TUI und auch Facebook-Freunde gegen Qype. Dabei lernte ich unter anderem, dass Nerds eher schüchtern sind und wo es die beste Currywurst Berlins gibt.